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Neues aus dem Stadttheater Ingolstadt
Lessons for Life: Die Digitalisierung ist für uns alle Neuland.
Aktuelles Programm »We don't need no education«

We don’t need no education – die Vorträge

Mittwoch

Eröffnung der festivalbegleitenden Ausstellung

Unter dem Titel »Schools of Tomorrow« erforschte und erprobte das Haus der Kulturen der Welt von 2017 bis 2019 gemeinsam mit zahlreichen Praxispartner*innen die Möglichkeiten künftigen Lernens. Dabei wurden 21 Schulprojekte durchgeführt und ein Ideenwettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten veranstaltet. In den Projekten experimentierten Schüler*innen, Künstler*innen und Lehrer*innen mit innovativen Lernsettings in der Schule, auf der Straße oder im cyber space. Auch der Ideenwettbewerb mit über 2000 Teilnehmenden inspirierte zahlreiche neue Gedanken und Vorschläge, wie Schule künftig funktionieren könnte. Aus den Erfahrungen der Projekte und den Ideen des Wettbewerbs erarbeitete ein Schüler*innenkomitee ein Manifest: Darin wurden Forderungen für eine Schule der Zukunft pointiert formuliert. Zwei international besetzte Konferenzen rundeten das Programm vom „Schools of Tomorrow“ ab.

 Referent: Dr. Robert Pfützner

Vortragstag: Mittwoch, 3. Juli 2019

Uhrzeit: 19:30 – 21:00 Uhr

Vortragsort: Stadttheater Foyer

Biografie: Dr. Robert Pfützner (*1986) studierte Geographie, Sozialwissenschaft und Erziehungswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er war von 2011 bis 2013 Auslandslehrer an der Deutschen Schule Bukarest, von 2013 bis 2016 Promotionsstipendiat der Hans-Böckler-Stiftung. Von 2016 bis 2018 begleitete er das Projekt „Schools of Tomorrow“ am Haus der Kulturen der Welt wissenschaftlich. Seit 2011 übernahm Dr. Robert Pfützner Lehraufträge an den Universitäten Jena, Darmstadt, Bukarest und Hildesheim, seit 2017 Pädagogikdozent an der BEST-Sabel Berufsakademie in Berlin-Mitte.

 

 

Donnerstag

GEHST DU GOETHE! – Die Liveshow

Seien wir ehrlich: Deutschunterricht ist oft alles andere als sexy. Kein Wunder, dass da selten was läuft. Dabei gibt’s so viele Möglichkeiten: ein Flirt mit einem Gedicht, ein One-Night-Stand mit einem Drama, eine leidenschaftliche Affäre mit einem Roman – Warum gönnt sich das kaum einer? Bücher sind auch nur Menschen, die geliebt werden wollen. Damit niemand mehr allein auf dem Bücherregal stehen muss, hat Autor Michael Sommer mit seinem neuen Buch GEHST DU GOETHE! ein Speed-Dating mit deutschen Klassikern ins Leben gerufen. Dieses stellt er jetzt in einer rasanten Liveshow vor.

Nein, das ist keine Autorenlesung! Es ist vielmehr ein intensiver Verkupplungsversuch mit Weltliteratur, bei dem sich Goethe, Schiller und Co. endlich mal von ihrer Schokoladenseite zeigen können. Sommer präsentiert in seiner Liveshow die zehn wichtigsten Werke der deutschen Literatur von FAUST bis NATHAN. Dabei dürften nicht nur lektüregeplagte Jugendliche ab 14 Jahren, sondern auch erwachsene Literaturfans Spaß an dieser Tour de Force durch die Literaturgeschichte haben.

Referent: Michael Sommer

Vortragstag: Donnerstag, 4. Juli 2019

Uhrzeit: 10:30 – 12:00 Uhr

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biographie: Michael Sommer (*1976) studierte Literaturwissenschaft in Freiburg und Oxford. Anschließend arbeitete er als Regisseur, Autor sowie leitender Schauspieldramaturg am Theater Ulm. 2015 startete er sein YouTube-Kanal SOMMERS WELTLITERATUR TO GO. Dort stellt er seitdem wöchentlich ein Werk der Weltliteratur in 10 Minuten mit Hilfe seines Playmobilensembles vor. 2018 wurde sein Kanal mit dem Grimme Online Award in der Kategorie »Kultur und Bildung« ausgezeichnet. Im November 2018 erschien sein erstes Buch GEHST DU GOETHE! im S. Fischer Verlag.

 

 

Bildung 2030 – wie die digitale Revolution uns und das Lernen verändert

In Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung verändern sich die Aufwachsensbedingungen von Kindern und Jugendlichen zusehends. Die Diskrepanzen zwischen der Art, wie heute noch unterrichtet wird, und wie junge Menschen ihr Leben gestalten, werden immer deutlicher. Aber nicht nur die junge Generation, sondern auch die ganze Gesellschaft wandelt sich rasant. Im 21. Jahrhundert wird eine Veränderung der Lebensbedingungen, Anforderungen und Möglichkeiten des Menschen erfolgen. Sie entsprechen in ihrer Intensität etwa dem Wandel der zurückliegenden 20 000 Jahre Menschheitsgeschichte . Hieraus ergeben sich völlig veränderte Anforderungen an Lehren und Lernen. Prof. Dr. Burow charakterisiert die Grundzüge dieses Wandels und zeigt anhand von sieben Trends, welche Chancen sich daraus für veränderte Formate des Lehrens und Lernens ergeben.

Referent: Prof. Dr. Olaf Axel Burow

Vortragstag: Donnerstag, 4. Juli 2019

Uhrzeit: 19:30 – 20:30 Uhr

Vortragsort: Stadtsparkasse Ingolstadt

Biografie: Prof. Dr. Olaf Axel Burow (1951*) promovierte und habilitierte an der TU Berlin. Von 1984 bis 1994 war er wissenschaftlicher Assistent an der Hochschule der Künste Berlin und absolvierte eine Ausbildung zum Gestalttherapeuten und Coach. Danach war er ab 1995 Hochschuldozent an der Universität Gießen und seit 1997 Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaften an der Universität Kassel.  Er ist Direktor des Institute for Future Design, Mitglied und Dozent der Deutschen Akademie für Pädagogische Führung (DAPF) sowie Mitglied des Knowledge Transformation Center Dubai.

 

 

Freitag

»Es ist von jeher eine der wichtigsten Aufgaben der Kunst gewesen, eine Nachfrage zu erzeugen, für deren volle Befriedigung die Stunde noch nicht gekommen ist.«

Kulturelle Bildung als kulturpolitisches Programm

Wenn von Kunst und Kultur die Rede ist, wird meistens nicht von Kindern gesprochen; wenn von Jugendlichen die Rede ist, geht es meistens nicht um Kunst und Kultur. Kinder und Jugendliche haben aber ein Recht auf sie. Denn so wurde es auch in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention von den Vertragsstaaten vereinbart. Es geht um die volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben. Und auch um die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung. Vieles ist zum Thema gedacht, aber nur wenig wirklich realisiert worden. Damit das nicht nur eine ertraglose Theorie bleibt, muss auf die Kultur ein bildungspolitischer Schwerpunkt gesetzt werden. Zudem muss eine konzeptionelle Kulturpolitik her, die durch Kulturentwicklungsplanungen weiß, wo sie hin will – und dies als gemeinsamen Auftrag von Staat und Gesellschaft umzusetzen versucht.

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 15:30 – 16:30 Uhr

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biografie: Prof. Dr. Wolfgang Schneider (*1954) ist Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim und Inhaber des UNESCO-Chair in »Cultural Policy for the Arts in Development«. Zudem ist er Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission und des Internationalen Theaterinstituts sowie Vorsitzender des Fonds Darstellende Künste sowie Ehrenpräsident der Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. Er war Gründungsdirektor des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundessrepublik Deutschland (1989 – 1997) und Sachverständiges Mitglied der Enquête-Kommission »Kultur in Deutschland« des Deutschen Bundestages (2003 – 2007). 2018 wurde ihm vom Bundespräsidenten das Verdienstkreuz Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

 

Neue Schule – Unsere Kinder und wir in Schule und Ganztag

Immer mehr Kinder sind in unseren Schulen überfordert und/oder zugleich unterfordert. Die Entwicklung von Lernkompetenz kann nur gelingen, wenn Unterricht, Lernen und Spielen in einem Klima von chancengerechter Förderung und individueller Wertschätzung, Teamgeist und optimal konzipierten Raumbedingungen stattfinden. Häufig wird jedoch der Zusammenhang von baulichen Maßnahmen und pädagogischem Handeln zu wenig berücksichtigt. Das Festhalten an konventionellen Schulbauweisen, Raummodellen und Nutzungsprinzipien steht in großem Widerspruch zu den bildungspolitischen Forderungen nach praxisorientiertem Unterricht und ganztägiger Betreuung. Dabei bleiben auch Inklusion und Chancengerechtigkeit sowie partnerschaftlicher Elternarbeit auf der Strecke. Im Mittelpunkt des (raum-)pädagogischen Konzepts des Unternehmens »LernLandSchaft« steht deshalb die Einsicht, dass gelingendes Lernen und Arbeiten von drei einander beeinflussenden Dimensionen abhängen. Diese verstärken sich wechselseitig positiv. Erst eine integrative Sicht auf Raumkultur, Lernkultur und Teamkultur ermöglicht es, eine pädagogische Architektur zu schaffen, die den Bedürfnissen von Lernenden und Lehrenden bestmöglich gerecht wird.

Referentin: Karin Doberer

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 16:30 – 17:30 Uhr (45 Min. Vortrag inkl. Best Practice Schule  + 15 Min. Publikumsgespräch)

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biografie:

Karin Doberer (*1966) ist eine Human- und Prozesscoachin, die sich die Verbesserung der Lernlandschaften in deutschen Schulen zur Aufgabe machte. Seit 2001 steht ihr Unternehmen »LernLandSchaft« Schulen, Architekten, Bauherren und politischen Verantwortlichen beratend und planend zur Seite. In ihren Konzepten versucht sie die gestalterische Idee, die pädagogische Arbeitsweise und meist enge finanzielle Rahmen für die Schulen und Bildungsstätten auszubalancieren und für alle Projektbeteiligte passgenaue Gestaltungs- und Optimierungsmöglichkeiten zu entwickeln.

 

 

Die Zukunft kommt so oder anders: wir müssen uns auf beides vorbereiten

Ob Industrie 4.0, Migration oder die digitale Transformation – die Gesellschaft untersteht heute einem permanenten und schwer vorhersehbaren Wandel. Um für einen sich immer rascher ändernden Markt gerüstet zu sein, müssen Innovationen ständig neue Wege eröffnen. Wer einen neuen Weg gehen will, muss (s)ein Talent nutzen, um den alten Weg zu verlassen. Was ist überhaupt Talent und wie kann es gefördert werden? Jeder Mensch kommt mit individuellen genetischen Leistungsvoraussetzungen zur Welt. Diese müssen durch harte Arbeit entdeckt und durch „extra miles“ in eine hervorragende Leistung umgesetzt werden.  Sich dabei zu sehr auf das Bekämpfen von Schwächen zu konzentrieren, raubt nur Zeit, sich seinen Stärken zu widmen. So generiert man Durchschnitt, den größten Feind von Innovation. Nicht blauäugige Optimisten, nicht ängstliche Pessimisten brauchen wir. Nein, wir brauchen Possibilisten.

Referent: Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 17:30 – 18:30 Uhr

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biografie: Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger (*1968) promovierte mit nur 24 Jahren und mit Studienzeitverkürzung sowie Auszeichnung zum Doktor der Genetik. Anschließend arbeitete er an der Yale University in den USA. Heute leitet er das Institut für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien. Zudem ist  er als Unternehmer in den Bereichen genetische Diagnostik, Forschung und Entwicklung sowie Innovationsberatung tätig. Der vielfach ausgezeichnete und international anerkannte Wissenschaftler ist Träger des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und sitzt in mehreren Aufsichtsräten.

 

 

KU.impact – Gesellschaftliche Verantwortung durch Forschung und Lehre an der KU Eichstätt-Ingolstadt

Thomas Sporer zeigt am Beispiel der Impact-Initiative der KU auf, wie sich didaktische und gesellschaftliche Innovationen in Studium und Lehre einer Universität verknüpfen lassen. KU.impact bündelt alle Aktivitäten des gesellschaftlichen Engagements an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Es koordiniert die Zusammenarbeit mit Akteur*innen in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft und verknüpft Bildungsinnovation in der Lehre mit Wissenstransfer in der Forschung durch vielfältige Transferaktivitäten. Dazu gehören u.a. Beratungs- und Weiterbildungsangebote, öffentliche Veranstaltungen für außeruniversitäre Zielgruppen sowie Engagement- und Gründungsförderung für Studierende und Universitätsangehörige.

Referent: Thomas Sporer

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 12:00-13:00 Uhr

Vortragsort: Rathaus Sitzungssaal

Biografie: Thomas Sporer ist Leiter der Stabsabteilung Bildungsinnovation und Wissenstransfer sowie Beauftragter des Präsidiums für Third Mission an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er befasst sich mit Bildungsinnovationen an Hochschulen, welche die Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung von Studierenden fördern. Sein Interesse gilt dabei besonders dem Engagement von Studierenden und Lehrenden in gemeinwohlorientierten Projekten und der Nutzung digitaler Medien für das Lernen und die zivilgesellschaftliche Öffnung von Hochschulen.

 

 

Hochschulen der Zukunft – Beitrag der KU Eichstätt-Ingolstadt

Diversität in Schule und Lehrerbildung – Herausforderungen und Chancen

Die heterogene Schülerschaft, unzählige Bildungs- und Lebensgestaltungsoptionen, unterschiedliche Lebenswelten, kulturelle Zugänge, Erscheinungs- und Umgangsformen sowie das generelle Verschwinden von Voraussehbarkeit und Verlässlichkeit werfen u.a. die Frage auf, wie mit Vielfalt aktuell und in Zukunft pädagogisch umzugehen ist. Welche Rolle können Pädagogen bei den vielfältigen Selbstbildungsprozessen der Kinder und Jugendlichen einnehmen und welche Folgen hat dies für die Lehrerbildung und die Lehrerrolle? Welche Chancen stecken in diesen Wandlungsprozessen, insbesondere in ästhetisch-kulturellen Bereichen?

Referent: Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 10:15-11:00 Uhr

Vortragsort: Rathaus Sitzungssaal

Biografie: Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard (* 1976 in Isny) ist Musikpädagoge und Musiker. Er war nach dem Lehramtsstudium mit den Fächern Musik und Mathematik sowie anschließendem Schuldienst und begleitenden Lehraufträgen von 2007 bis 2014 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Musikpädagogik der Universität Augsburg tätig. Nach einer Vertretungsprofessur am Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg und einer zweijährigen Gastprofessur an der Universität der Künste Berlin nahm er zum Wintersemester 2015/2016 den Ruf auf die Professur für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt an. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist ein international tätiger, mehrfach ausgezeichneter Künstler, Referent in der Lehrerfortbildung und Autor zahlreicher fachdidaktischer Publikationen.

 

 

Hochschulen der Zukunft – Beitrag der KU Eichstätt-Ingolstadt

We DO need education! Aspekte eines zukunftsorientierten Paradigmenwechsels

Der Wert von Bildung und Erziehung ist unbestritten. Im Impulsvortrag werden jedoch ganz erhebliche Schwachstellen, hartnäckige Mythen und unausgeschöpfte Potenziale ihrer institutionalisierten Umsetzung aufgedeckt – nicht ohne auch forschungsbasierte Lösungen anzubieten.

Referent: Prof. Dr. Heiner Böttger

Vortragstag: Freitag, 5. Juli 2019

Uhrzeit: 11.00 – 11.45 Uhr

Vortragsort: Rathaus Sitzungssaal

Biografie: Prof. Dr. Heiner Böttger ist Professor für die Didaktik der englischen Sprache und Literatur an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und Sprecher des BIG-Kreises. Der Beratungs-, Informations- und Gesprächskreis unter dem Dach der Stiftung LERNEN ist ein unabhängiger Expertenkreis zur Thematik der Weiterentwicklung des frühen Fremdsprachenlernens. Nach 13 Jahren Schulerfahrung an Haupt- und Realschulen sind seine Arbeitsschwerpunkte heute die Lehrerausbildung an allen Schulformen sowie speziell der Themenbereich des frühen sowie post-institutionellen Englischlernens. Insbesondere das sprachliche Bildungskontinuum mit dem dafür dringend notwendigen Paradigmenwechsel auf allen Bildungsebenen ist ihm ein besonderes fachliches Anliegen und bildet einen wichtigen Forschungsschwerpunkt. Ein weiteres aktuelles Forschungsfeld ist die Neurodidaktik mit Schwerpunkt Mehrsprachigkeit.

 

 

Samstag

Wie lernt das Gehirn? Praktische Konsequenzen für die Bildung

Gehirne machen keine Downloads. Sie werden zur Informationsverarbeitung verwendet. Dadurch ändern sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die diese Arbeit leisten. So gibt es im Gehirn auch keine räumliche oder funktionelle Trennung zwischen der Verarbeitung und der Speicherung von Informationen (wie dies bei einem herkömmlichen Computer mit CPU und Festplatte der Fall ist). Wir haben mittlerweile das Gehirn und seine Arbeit so gut verstanden, dass diese Kenntnisse zum Geschäftsmodell der reichsten Firmen der Welt: Apple, Google, Amazon, Microsoft & Facebook.

Es wird höchste Zeit, dass wir dieses vorhandene neurobiologische Wissen wieder zurück auf den Menschen übertragen! Die praktischen Konsequenzen sind unter anderem: Gehirne machen keine Dow. Der hermeneutische Zirkel der Erkenntnis ergibt sich direkt aus der Funktionsweise des Gehirns und hat keine Abkürzung. Medienkompetenz im Sinne einer allgemeinen Fähigkeit der Unterscheidung von „wahr“ und „falsch“ gibt es nicht und kann es gar nicht geben. iPads schaden in Kindergarten und Grundschule, Laptops schaden ganz grundlegend dem Lernen an Schulen. Computerspiele (E-Sport) dürfen nicht gemeinnützig werden. Und über eine bessere Reglementierung der Smartphone-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen sollte nachgedacht werden. In Süd-Korea – dem Land, das weltweit die meisten Smartphones produziert – gibt es seit Jahren Gesetze, um die nachfolgende Generation vor den Risiken und Nebenwirkungen von Smartphones zu schützen.

Referent: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer

Vortragstag: Samstag, 6. Juli 2019

Uhrzeit: 10:00 – 11:30 Uhr (50 Min. Vortrag  + 25 Min. Publikumsgespräch)

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biografie: Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer studierte in Freiburg Medizin, Psychologie und Philosophie. Nach seiner Habilitation für das Fach Psychiatrie war er als Oberarzt an der psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg tätig. Forschungsaufenthalte in den USA (Harvard University und University of Oregon) prägten den weiteren wissenschaftlichen Weg von Manfred Spitzer an der Schnittstelle von Neurobiologie, Psychologie und Psychiatrie. Seit 1997 ist Manfred Spitzer Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm. 2004 gründete er das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL).

 

 

Future skills & Deep Dive

Die Menschen der Zukunft können ihr volles Potential und ihre Selbstwirksamkeit entfalten. Denn sie gestalten ihr Arbeitssystem so, dass sie ihre persönliche Vision in die Welt tragen können. Im Kulturwandel werden Menschen eingeladen, von der Zukunft her zu denken, Initiativen zu entwickeln und kreativ neue Situationen zu gestalten. So lernt man aus der entstehenden Zukunft. Doch dafür braucht es neue Skills. Parallelverarbeitung von Informationen, die eigenständige Regulation von Affekten, Feedbackverwertung auf Basis der Körperresonanz, Wachsamkeit für das Ganze.

Dies alles zählt zu den Future Skills: Jene Fähigkeiten, die Menschen in agilen und komplexen Umfeldern handlungs- und entscheidungsfähig machen. Wird dies auf das institutionelle Lehren übertragen, sollten folgende Fragen analysiert und beantwortet werden: Wie führt man sich und wird Leiter seines inneren Teams? Wie versteht man seine Rolle und sein Wirken im schulischen Lernen? Auf welche Weise entwicklt man seine Beziehungskompetenz? Und wie schafft man Atmosphären, Resonanzen und „safe Spaces“? Worin sieht man die „Future Skills“ und wie gelingt das „tiefe Lernen“?

Referent: Prof. Dr. Wilfried Schley

Vortragstag: Samstag, 6. Juli 2019

Uhrzeit: 11:30 – 13:00 Uhr

Vortragsort: Stadttheater Ingolstadt, Großes Haus

Biografie: Prof. Dr. Wilfried Schley ist Dipl.-Psychologe, emeritierter Professor für Sonderpädagogik der Universität Zürich und der Universität Hamburg. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Organisationsentwicklung und Systemische Beratung (IOS) in Hamburg, Mitglied der International Conference in School Effectiveness and Improvement sowie Kooperationspartner der Leadership Academy in Wien. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Entwickler systemischer Methoden. Als Präsident der Leadership Foundation/ Zürich entwickelt er neue Formen der Lehrerbildung.